Kalletaler Schülerin bittet Stadt um Basketballkorb für Lüdenhausen


Wulf Daneyko am 10.09.2017 um 8:50 Uhr



Übergabe: (von links) Lars Brakhage, Philip Pröhlemeier, Beyza Türken, Sebastian Krooß und Mario Hecker mit dem neuen Basketballkorb auf dem Lüdenhauser Sportplatz. (© Wulf Daneyko)

Kalletal-Lüdenhausen. „An den Bürgermeister“ stand auf einem Brief, der im Mai vergangenen Jahres im Rathaus in Hohenhausen eintraf. Abschickt worden war er von der damals neunjährigen Beyza Türken aus der Klasse 4a der Grundschule „Am Teimer“ in Bavenhausen. Die Schülerin bat den „lieben Herrn Hecker“, den alten Tennisplatz in Lüdenhausen zu einem Basketballplatz umzubauen. Beyzas Wunsch ist nun – leicht abgeändert – in Erfüllung gegangen.

Ihr Wunsch – und der von 60 weiteren Schülern, deren Unterschriften Beyza gesammelt hatte. In schönster Schreibschrift kreuz und quer hatten sie unterschrieben. „Es gibt zwei Fußballplätze, aber Basketball spielen macht uns allen viel mehr Spaß. Fußball ist mehr was für Jungs und Basketball ist für beide gut. Sport machen ist auch gesund“, hatte Beyza geschrieben.

„Ich war regelrecht gerührt“, gestand Bürgermeister Mario Hecker. Ihm war klar: Dem Kinde musste geholfen werden. Und so wurde der Antrag im Rathaus im Fach „Oberste Priorität“ abgelegt. Hecker kam sofort die neu gegründete „Genossenschaft Lüdenhausen“ in den Sinn, die die „Soziale Dorfentwicklung“ vorantreiben soll. Sie hatte erst kurz zuvor den Bescheid über Fördermittel aus dem Programm „Ländliche Entwicklung“ erhalten (die LZ berichtete). Weil nicht gleich ein ganzer Platz gebaut werden konnte, schlug Hecker als Beiratsmitglied dem Vorstand vor, zumindest eine mobile Korbball-Anlage als weiteres Projekt aufzunehmen. Das geschah, der Betrag von 1169 Euro wurde dafür abgerufen.

„Beyza konnte es gar nicht glauben und hat sich so sehr gefreut“, erzählt Hecker. Mit Lars Brakhage, dem Vorsitzenden der Vereinsgemeinschaft Lüdenhausen, Philip Pröhlemeier und Sebastian Krooß vom Genossenschaftsvorstand kam es zur Übergabe auf dem Sportplatz. „Bisher konnten wir nur in der Schule spielen“, erzählt die mittlerweile elf Jahre alte Beyza. „Einen Ball haben wir auch schon.“ Wichtig sei, den Jugendlichen zu zeigen, dass Eigeninitiative Erfolg haben könne, betont Hecker.

Als weiteres Projekt der „Sozialen Dorfentwicklung“ wird in Kürze im Rahmen der mobilen Seniorenberatung eine Kooperation im Bereich der offenen Altenarbeit geschlossen. Außerdem wurden erste Angebote für das Leasing von zwei öffentlich nutzbaren Elektroautos eingeholt. Mit einem jungen Unternehmen werden außerdem derzeit die Möglichkeiten eines Dorfinfoportals erörtert. Auch die Erstellung eines Logos für die Genossenschaft ist in Arbeit.

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