VG – Archiv 2012

Jahresrückblick 2012 der LZ :



„Eintracht“ Lüdenhausen steht vor dem Aus
Männergesangverein hat nur noch zwölf Aktive

Kalletal-Lüdenhausen. Das seit Jahren zu beobachtende allgemeine „Chorsterben“ scheint jetzt ganz offensichtlich auch den Männergesangverein „Eintracht“ Lüdenhausen erreicht zu haben. „Wir müssen leider unsere Sängertätigkeit beenden“, ließ MGV-Vorsitzender Friedhelm Schmieding wissen.

„Das geschieht nicht nur aus Altersgründen, sondern auch, weil der Verein nur noch aus zwölf aktiven Sängerfreunden besteht“, erklärt Schmieding, der seit 20 Jahren Vorsitzender ist, mit Tränen in den Augen. Schließlich kann die „Eintracht“ auf eine 130-jährige Geschichte zurückblicken; der runde Geburtstag ist in diesem Jahr mit befreundeten Vereinen im Lüdenhauser Dorfgemeinschafthaus groß gefeiert worden.

In den vergangenen Wochen hat der MGV noch in den beiden Lüdenhauser Pflegeeinrichtungen „Eichenhof“ und „Rose“ Auftritte gehabt, und am ersten Weihnachtsfeiertag wird nochmals in der evangelischen Kirche gesungen.

Am 8. Februar soll in der um 20 Uhr beginnenden Jahreshauptversammlung bei „Krooß“ über die Zukunft gesprochen werden. Schmieding: „Aber es sieht nicht so aus, dass der MGV weiter macht, denn wir finden keine neuen Sänger. Der Nachwuchs engagiert sich lieber im Schützen- und im Sportverein oder bei der Feuerwehr.“

Doch Friedhelm Schmiedung hat die Hoffnung, dass der Zusammenhalt weiter bestehen bleibt. „Wenn alles klappt, dann treffen wir uns zukünftig alle 14 Tage, um gemeinsam zu singen.“ Und er spricht sich schon jetzt bei seinen Sängerfreunden für die jahrelange Treue zum Verein aus. (sch)

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, Montag 24. Dezember 2012


Kalletaler engagieren sich weiter für SB-Bankenfiliale

Lüdenhauser bleiben standhaft
VON WOLF SCHERZER



Kalletal-Lüdenhausen. Seit Monaten kämpfen die Lüdenhauser um „ihre“ SB-Bankfiliale. Doch jetzt dürfte feststehen: Selbst Demonstrationen und Unterschriftenaktionen haben keinen Erfolg.

Günter Fischer, der Vorsitzende des Lüdenhauser SPD-Ortsvereins, und Werner Meier von der Dorfgemeinschaft gehören zu den treibenden Kräften der Protestbewegung, die sich mit dem Plänen der Sparkasse Lemgo und der Volksbank Bad Salzuflen nicht einverstanden erklären. Wie mehrfach berichtet, wollen die beiden Banken ihre gemeinsam betriebene SB-Filiale im Ortskern von Lüdenhausen zum Jahresende schließen – weil notwendige Investitionen anstehen und den Aufwand nicht rechtfertigen, weil die Filiale von den Kunden nicht besonders genutzt wird.

Einen, vorerst wohl letzten Versuch, die Verantwortlichen der Sparkasse Lemgo umzustimmen, haben Fischer und Meier in der Vorweihnachtswoche unternommen – zusammen mit dem in dieser Angelegenheit ebenfalls sehr engagierten Lüdenhauser Harald Hübner statteten sie der Sparkasse in Lemgo einen morgendlichen Besuch ab, um Vorstandsmitglied Bernd Dabrock eine Unterschriftenliste zu übereichen.

Günter Fischer: „873 Menschen aus ganz Lippe haben mit ihren Unterschriften unsere Bemühungen unterstützt, das kann sich sehen lassen.“ Dabrock habe ihm sowie Meier und Hübner im Gespräch zugesichert, das Thema sei noch nicht zu den Akten gelegt, sondern werde in der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates der Sparkasse besprochen.

Jedoch, das ist Günter Fischer zum jetzigen Zeitpunkt klar: „Fakt ist, dass die Filiale zum 31. Dezember dicht sein wird“, sagte er im Gespräch mit der LZ. Und wie sehr die Filialschließung die Gemüter beschäftigt, verdeutlich auch ein Schreiben von Gerhardt Otto, dem Geschäftsführer der Gesellschaft aus Wuppertal, die die Seniorenresidenz „Die Rose im Kalletal“ betreibt.

In einem vom 18. Dezember datierten Brief an die Sparkasse Lemgo, den Günter Fischer am Freitag erhalten hat, heißt es: „Wir beabsichtigen, eine weitere Pflegeeinrichtung mit 16 Einheiten für betreutes Wohnen in Lüdenhausen zu bauen. Und wichtig ist für uns, dass die Bewohner auch in Zukunft auf eine ortsnahe Geldversorgung angewiesen sind.“ Deshalb gibt Gerhardt Otto den Verantwortlichen der Sparkasse den Rat: „Überprüfen Sie Ihre Überlegungen. Denn auch die von uns getroffene Investitionsentscheidung ist von vielen ortsnahen Faktoren abhängig.“

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, Samstag 22. Dezember 2012


Hallenfußball: Lüdenhausen gewann 2004 – Heutiger Lüerdisser war zudem bester Spieler und Schütze

Bei der Premiere jubelte Binder über drei Titel

Von Sebastian Lucas (Aus der LZ Serie: „Helden“ des LZ-Cups (1)

Die Lippische Hallen-Meisterschaft feiert zehnten Geburtstag. Grund genug, Sie mit der Serie „,Helden‘ des LZ-Cups“ einzustimmen. Zum Auftakt stellen wir Alexander Binder (30) vor – bester Spieler 2004.

Bielefeld/Kreis Lippe. 11. Januar 2004, abends in der Augustdorfer Witex-Halle: Lüdenhausens Spielführer Christian Schmidt reckt den überdimensional großen Pokal nach oben. Nach einem 3:0 gegen den TSV Oerlinghausen steht der erste lippische Hallenfußball-Meister fest. Neben dem damals 39-jährigen Kapitän gehören mit Peter Tonn (37) und Spielertrainer Christian Arnold (33) weitere Routiniers zum Kader, die sich eine Woche vorher mit den AH-Fußballern bereits die Kalletal-Meisterschaft gesichert hatten. Auf dem Jubelfoto steht Alexander Binder (22) nur in der dritten Reihe, auf dem Feld hatte er jedoch „die erste Geige“ gespielt. „Vor allem mit meinen Toren von der Mittellinie habe ich überzeugt“, blickt der Offensivspieler, der heute für den VfL Lüerdissen spielt, zurück. Zusammen mit Tonn und Kai Gröchtenmeier wirbelte er vorne, während Carsten Schake, Arnold und Markus Frey hinten vor Esin Kocaaga dem Keeper das Leben erleichterten. Diese Idee funktionierte perfekt: „Nachdem wir Oerlinghausen in der Vorrunde 5:0 besiegt hatten, wollten wir natürlich unbedingt auch das Finale für uns entscheiden.“ Die Auszeichnung zum besten Spieler sei für den damals flinken Stürmer „nur eine Momentaufnahme“ gewesen. Gefreut habe er sich, zumal er auch in der Scorerliste mit Teamkollege und Torschützenkönig Kai Gröchenmeier gleichauf lag. „Doch eigentlich“, sagt der Speditionskaufmann, „bin ich kein richtiger Hallenspieler, obwohl es viel Spaß unter dem Dach macht.“
Die Erinnerungen an den ersten LZ-Cup sind bei Binder noch voll da: „Ich habe das Glück gehabt, dass mein Vater genau an diesem Tag zum ersten Mal seine Videokamera testete. Ich konnte mir jedes Tor noch einmal anschauen, nur von der Siegerehrung fehlt ein Teil.“ Während die 1500-Euro-Siegprämie auf Mallorca bei einer Mannschaftsfahrt am Ballermann „verballert“ wurden, durfte Binder auch auf dem heimischen Sofa noch einige Bier trinken: „Ich bekam als Sonderpreis ein Präsent von Herforder. Die 75 Euro in bar, die es heute gibt, kamen später.“

Binder bewies in der Witex-Halle sein Talent, doch der Durchbruch auf dem Feld gelang ihm nicht. „Die Ausbildung ist mir in die Quere gekommen“, erinnert er sich an seine Zeit beim Landesligisten SC Wiedenbrück, wo er regelmäßig von Lemgo aus über 50 Kilometer (ein Weg) zum Training zurücklegen musste: „Das war zu viel.“ Später habe er „mit seinen Kumpels“ in Lage spielen wollen: „Ein Fehler. Aber wenn ich wirklich höher hinaus gewollt hätte, wäre ein früherer Wechsel im Jugendbereich sinnvoll gewesen.“ Erst als A-Kicker wechselte er von seinem Stammverein SpVg Hagen-Hardissen zum TBV Lemgo. Gerne erinnert er sich an diese Zeit zurück, vor allem an das Bundesliga-Masters – in der Halle: „Wir wurden Sechster, nachdem wir Köln 4:0 und Hamburg 6:2 geschlagen hatten.“

Binder ist älter geworden – und gemütlicher, wie er selber zugibt: „Ich fahre dreimal die Woche zum Training, aber mehr mache ich nicht mehr. Die Bolzplatzzeiten sind vorbei.“ Ehrgeizig sei er aber immer noch: „Ich kann nicht verlieren, motze oft über den Schiri und bringe mich so aus dem Spiel.“ Vielleicht hat es auch deshalb nicht für eine Klasse oberhalb der Landesliga gereicht. Doch den Titel „bester Spieler des ersten LZ-Cups“ – den kann ihm keiner mehr nehmen.

Dritter, Erster, Zweiter: TuS Horn-Bad Meinberg, TuS Lüdenhausen (grüne Trikots) und TSV Oerlinghausen bei der Siegerehrung 2004. Den Cup hält Lüdenhausens Kapitän Christian Schmidt und freut sich mit seinen Teamkollegen (im Uhrzeigersinn) Markus Frey, Kai Gröchtenmeier, Alexander Binder, Peter Tonn und Torwart Esin Kocaaga.


ArchivFoto: König

Persönlich :

Der Offensivspieler Alexander Binder fühlt sich im Mittelfeld „am wohlsten“. In Lüerdissen setzt ihn Trainer Willi Wollbrink auch mal als Stürmer ein. Über SpVg Hagen-Hardissen, TBV Lemgo (Jugend), wieder Hagen-H. und TBV sowie Lüdenhausen, Wiedenbrück, Stukenbrock und SuS Lage kam er zum VfL Lüerdissen, der damals noch Landesligist war. Hier kickt er im fünften Jahr. Er wohnt mit seiner Frau Ella (26) in Kachtenhausen und ist für Getränke Essmann in Bielefeld als Speditionskaufmann tätig. Früher war Binder Bayern-München-Fan, heute sympathisiert er noch mit den Rekordmeister und schaut sich gerne „gute Fußballspiele“ an. Helden seiner Jugend waren Alexander Zickler und Mehmet Scholl, heute gefallen ihm Thomas Müller und Lionel Messi.(slu)

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, Donnerstag 06. Dezember 2012


„Versorgung ist Teil der Lebensqualität“

Lüdenhausens SPD-Vorsitzender schreibt Sparkasse-Chef einen „offenen Brief“

Kalletal-Lüdenhausen (sch). Die geplante Schließung der SB-Bankfiliale in Lüdenhausen beschäftigt weiter die Gemüter. Jetzt hat Günter Fischer, Vorsitzender des SPD-Ortsvereins, einen „offenen Brief“ an den Vorstand der Sparkasse, Horst Selbach, geschrieben.
„Etwa 90 Prozent der Lüdenhauser sind Kunden bei der Sparkasse oder der Volksbank und nutzen und brauchen die Versorgung vor Ort für ihre Geldgeschäfte. Gerade für die älteren Bürger ist diese ortsnahe Versorgung wichtig und ein Teil ihrer Lebensqualität in Lüdenhausen“, betont Fischer.

Der Kreis Lippe veranstalte Aktionen unter dem Motto „Unser Dorf hat Zukunft“, Land und Bund würden kleine Gemeinden mit Zuschüssen zur Erhaltung eines intakten Lebens auf dem Land fördern, und die Kommunen gäben Zuschüsse für Sanierung und Bauplatzbeschaffung. Fischer: „Sie sehen, alle geben sich Mühe, die Dörfer nicht aussterben zu lassen. Für betreutes Wohnen, Altenheime und die Zahl der immer älter werdenden Bevölkerung sind eine Versorgung vor Ort lebenswichtig.“

Müssten immer mehr Ver- und Besorgungen in den Städten vorgenommen werden, folgten automatisch weitere Versorgungslücken in den Dörfern. „Eine Verödung der Orte wird somit durch Ihre Entscheidung unterstützt. Alle Bemühungen vom Kreis Lippe, vom Land NRW und vom Bund sowie von den Vereinen sind damit umsonst.“

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 01.12.2012

 

Die Bürger von Lüdenhausen machen gegen Filialschließung mobil
Vereinter Kampf gegen das Dorfsterben

VON SANDRA SPIEKER


Soll zum Jahresende geschlossen werden | FOTO: SANDRA SPIEKER

Lüdenhausen/Bielefeld. Ein Lebensmittelgeschäft, ein Sportplatz, zwei Gaststätten, eine Autowerkstatt, ein Frisör, kaum Kriminalität. Hier ist die Welt noch in Ordnung, könnte meinen, wer durch den 1.200-Einwohner-Ort Lüdenhausen im nordlippischen Kalletal fährt. Für die meisten bleibt es aber beim Vorbeifahren. Die Lüdenhauser befürchten das Ausbluten ihrer Ortschaft. Dass jetzt auch noch die letzte Bankfiliale geschlossen werden soll, nehmen sie nicht hin – sie gehen auf die Straße.

Eine Pizzeria ist wie ausgestorben, auch mit leerstehenden Wohnhäusern haben die Lüdenhauser zu kämpfen. „Gerade erst hat ein junges Paar aus Bielefeld hier gebaut“, freut sich Günter Fischer vom SPD-Ortsverein. Noch könne man sich in Lüdenhausen gut versorgen.

Montagmittag, 13 Uhr: An der Ausgangsstraße nach Lemgo befindet sich derzeit noch der Ort, an dem die Lüdenhauser an ihr Erspartes kommen können. Es handelt sich um eine SB-Filiale mit zwei Geldautomaten, betrieben von der Sparkasse Lemgo und der Volksbank Bad Salzuflen.
„Kooperation schafft Filialstruktur“
Ein ungewöhnliches Modell, eine solche Bankenkooperation gibt es derzeit nur noch in Extertal-Asmissen. An den Glastüren des weiß verputzten Hauses, in dem sich auch ein Heizungsinstallateurbetrieb befindet, hängt ein Zettel mit der Überschrift „Kooperation schafft Filialstruktur“: Wegen der geringen Frequentierung wollen die Banken die Filiale zum Jahresende schließen. Zudem müssten die Geräte ausgetauscht werden – zu teuer.

Fünf Menschen betreten in einer halben Stunde an diesem Montag die SB-Filiale, um ihre Bankgeschäfte zu erledigen. Zugegebenermaßen: keine repräsentative Zahl. Das seien die Zahlen der Lüdenhauser auch nicht, sagen die Banker. Die Ortseinwohner haben selbst gezählt. 200 Kunden suchten demnach innerhalb von zehn Stunden die Filiale auf. Die Banken selbst wollen keine Zahlen nennen.

„Die Nutzung des Automaten liegt bei etwa einem Drittel, wenn man unsere durchschnittlichen Abhebungen an Geldautomaten betrachtet“, sagt Christoph Vieregge, Sprecher der Sparkasse Lemgo. Auch die Volksbank schweigt zu Zahlen. „Weitere Filialschließungen in der Region sind nicht geplant“, betont Sprecher Richard Christophelsmeier. Die Tendenz beim Kundenverhalten gehe aber weiter in Richtung Onlinebanking und Kartenzahlungen.
„Eine Schweinerei ist so etwas.“
Genau das ist aber das Problem: „Ich kann hier fast nirgends mit Karte bezahlen“, sagt ein Lüdenhauser, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen will. Seit 40 Jahren sei er Kunde der Sparkasse. „Eine Schweinerei ist so etwas.“

„Die Banken ziehen sich komplett aus dem ländlichen Bereich zurück“, ärgert sich Fischer. Bis 2004 gab es noch eine richtige Geschäftsstelle mit einem Mitarbeiter. Wer mit dem Bus zur Bankfiliale nach Lemgo fahren müsse, sei fünf bis sechs Stunden unterwegs, so Fischer. „Wir werden jetzt jeden Samstag auf dem Marktplatz in Lemgo demonstrieren.“ 400 Unterschriften hat die Bürgerinitiative schon gesammelt und den Banken überreicht.

Der aus Fürstenberg (Westfalen) stammende Autor und Dorfexperte Gerhard Henkel findet das Engagement der Lipper beeindruckend: „Lüdenhausen kann ein Vorbild für andere Dörfer sein, nicht apathisch auf Verluste zu reagieren, sondern ihre Probleme selbst in die Hand zu nehmen.“ Im Kern gehe es auch in OWL darum, dass die öffentlich-rechtliche und private Infrastruktur immer mehr wegbröckelt – Polizeistationen, Post- und Bankfilialen, Schulen oder Bahnhöfe würden aufgegeben. „Oft schließt hier das letzte Geschäft, da die letzte Kneipe“, so Henkel.

In OWL hätten besonders Kreise wie Lippe oder Höxter mit Bevölkerungsabwanderungen zu kämpfen. Oberzentren wie Bielefeld und Paderborn samt Speckgürteln würden wie Magnete funktionieren und vor allem junge Menschen anziehen. Orte, die weiter entfernt liegen, seien Verlierer. Trotzdem sieht Henkel, wie er auch in seinem 2012 erschienenen Buch „Das Dorf“ beschreibt, im Landleben eine Zukunft. „Die Menschen lieben das Dorf. Der ländliche Lebensstil, das natur- und gemeinschaftsorientierte Leben, die Anpackkultur kommt auch bei Jüngeren gut an.“ Auch würden viele neue Vereine bilden, die ihre dorftypischen Probleme selbst anpacken.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 27.11.2012


Weihnachtsmarkt 2012

Am Samstag, dem 24. November fand der 13. Lüdenhausener Weihnachtsmarkt rund um das alte Feuerwehrhaus statt.


Wolfgang-Hömer-Pokal geht an Ralf Strate
Kalletaler ehren ihre erfolgreichen Sportler und verdienten Funktionäre

Voll im Takt | Foto: Ostrycharczyk

Kalletal-Bavenhausen (mop). Im Saal des Gasthauses Rieke-Schulte hat jetzt die Stunde für die erfolgreichen Kalletaler Sportler und verdiente Funktionäre geschlagen. Zur Eröffnung des Sportlerballs sprachen Bürgermeister Andreas Karger und der Vorsitzende des Gemeindesportverbands (GSV), Uwe Küster, ihren Dank aus.

„Ohne unsere Sportler wäre eine Veranstaltung wie diese gar nicht möglich“, so Küster. Für sein außerordentliches langjähriges Engagement für den TuS Lüdenhausen wurde Ralf Strate mit dem „Wolfgang-Hömer-Pokal“ belohnt. Die Arbeit im Verein und der Sport würden ihn so gut wie sein ganzes Leben begleiten und erfüllten ihn in jeglicher Hinsicht, sagte der Geehrte.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 25.11.2012


Lüdenhauser „nähen rote“ Strümpfe
SB-Filialschließung: Protest geht weiter

Kalletal-Lüdenhausen. „Sparstrumpf statt Sparkasse“ lautet die neueste Aktion, mit der die Lüdenhauser gegen die zum Jahresende geplante Schließung „ihrer“ SB-Filiale protestieren. Beim Weihnachtsmarkt in Lüdenhausen werden am morgigen Samstag 120 selbst genähte rote Strümpfe verteilt.

Wie Günter Fischer, der Vorsitzende des für den Protest federführend tätigen SPD-Ortsvereins Lüdenhausen, gestern wissen ließ, sollen auch die samstäglichen Demonstrationen vor der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse Lemgo in der alten Hansestadt (die LZ berichtete) weitergehen. Fischer: „Wir wollen versuchen, Menschen aus ganz Lippe davon zu überzeugen, mit uns samstags von 11 bis 12 Uhr zu protestieren.“ Denn seiner Meinung nach betreffe das Problem auch viele Menschen aus etlichen anderen lippischen Kommunen. (sch)

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, Freitag 23. November 2012

 

Kalletaler demonstrieren weiter
Aktion zum Erhalt der Sparkassen-Filiale

Kalletal-Lüdenhausen/Lemgo (kpa). Nach ihrer Demonstration für den Erhalt der Lüdenhauser SB-Filiale im Lemgoer Zentrum kämpfen die Akteure weiter: Sie wollen jeden Samstag für ihr Vorhaben auf die Straße gehen.

Auch an diesem Wochenende sind nach Angaben von Günter Fischer, Chef der SPD Lüdenhausen und einer der Protestler, Kalletaler in der Mittelstraße in Lemgo vertreten. Von 11 bis 12 Uhr – wie nun jeden Samstag – machen sie auf die geplante Schließung der SB-Filiale in ihrem Ort aufmerksam, die von Sparkasse und Volksbank betrieben.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 17. November 2012


WDR filmt Bürgerprotest

Einzige Bankfiliale im Ort schließt: Demo für den Geldautomat

Von Markus Rinke

400 Unterschriften, 200 Menschen bei der Bürgerversammlung – am Samstag (09.11.12) eine Demo. Die Lüdenhauser tun alles für ihren Bankautomaten. Der soll abgebaut werden, doch die Lipper befürchten, dass dann ihr kleiner Ort langsam stirbt.


Sparkassenfiliale in Lüdenhausen

„Wir haben es sogar geschafft, dass eine junge Familie hier gebaut hat“, erklärt der SPD-Lokalpolitiker Günter Fischer. In Lüdenhausen, einem kleinen Ort im lippischen Kalletal leben 1.200 Einwohner. Hier ist die Welt noch in Ordnung. Es gibt zwei Kneipen, ein Lebensmittelgeschäft, einen Frisör, ein Café und mehrere Unternehmer. Und gleich zwei Banken. Denn die Sparkasse Lemgo und die Volksbank Bad Salzuflen teilen sich eine Selbstbedienungsfiliale. Bis 2004 waren das noch richtige Geschäftsstellen mit einem Mitarbeiter, erinnert sich Günter Fischer.

Bürger kämpfen für die Geldautomaten im Dorf [Mediathek]

Doch jetzt soll selbst der Bankautomat weg, sagen die Volksbank und die Sparkasse. Der müsse nämlich erneuert werden und das sei zu teuer. Außerdem seien die laufenden Kosten zu hoch und der Automat werde nicht genügend genutzt. Zu anderen Automaten der Institute kommen nämlich drei mal so viele Kunden. „Wir sind doch hier keine Großstadt“, schimpft Günter Fischer, der diese Argumente kennt. Außerdem hätte die Sparkasse im vergangenen Jahr über acht Millionen Euro Gewinn gemacht und könne es sich auch leisten, den Handball-Bundesligisten TBV-Lemgo zu unterstützen. Die Sparkassen hätten einen Versorgungsauftrag, das stehe schließlich im Sparkassengesetz. Allerdings steht in dem Gesetz nichts zu Geldautomaten oder gar zu der Erreichbarkeit.


Der Geldautomat soll weg

Und für einen Sprecher des Sparkassenverbands Westfalen Lippe ist Lüdenhausen zwar kein Einzelfall, aber einen Trend zur Filialschließung sieht er nicht. In Westfalen Lippe gab es vor zehn Jahren 1.650 Filialen, Ende 2011 waren es 1.455. Jedes Jahr sinke die Zahl um etwa ein Prozent, sagt der Sprecher des Sparkassenverbands, allerdings mit großen Schwankungen. Und Richard Christophelsmeier, Vorstand der Volksbank Bad Salzuflen betont, dass keine weiteren Filialen im Einzugsgebiet geschlossen werden. Es seien aber vor zehn oder 20 Jahren etliche Filialen aufgegeben worden, so Christophelsmeier. Insgesamt bleibe das flächendeckende Netz der Banken erhalten.
Kein Geld – kein Geschäft?

Für die Lüdenhauser ist das nur ein schwacher Trost. Sie wollen ihren Bankautomaten, und zwar im Ort. Denn wer kein Auto hat, der sei mehrere Stunden unterwegs, um Geld zu ziehen Und die Busfahrt koste hin und zurück elf Euro, so Fischer, der auch darauf hinweist, dass Lüdenhausen zwei Altenheime hat.

Doch das ist gar nicht größte Sorge. Vielmehr befürchtet er, dass die örtlichen Geschäfte schließen. So sieht es auch die Besitzerin des Lebensmittelladens, Heidrun Krooß: „Wenn die Leute ihr Geld in Lemgo ziehen, dann kaufen die auch dort ein.“ Frustrierend findet sie die Entwicklung auch deshalb, weil sie gerade erst Ihre Tochter davon überzeugt hatte, den 180 Jahre alten Laden in der fünften Generation weiter zu führen. Ob die bei so einer Entwicklung aber noch bereit ist, das zu tun, ist sich die Frau nicht sicher. Da wäre auch ein „EC-Cash-Terminal“ keine Lösung, mit der die Leute nicht nur ihre Einkäufe bezahlen sondern auch Bargeld mitnehmen können. Allerdings ist es noch gar nicht klar, ob das tatsächlich so sein wird.

Stand: 10.11.2012, 12.30 Uhr


Der Link zum Film : Bürger kämpfen für die Geldautomaten im Dorf [Mediathek]


Quelle: http://www.wdr.de vom 10.11.2012

Lüdenhauser gehen auf die Straße

Kalletaler nehmen Bankenpläne nicht kommentarlos hin und demonstrieren lautstark in Lemgo

VON WOLF SCHERZER

Etwa 100 Demonstranten machten ihrem Ärger Luft. | Foto: Scherzer

Kalletal-Lüdenhausen/Lemgo. Für den Erhalt „ihrer“ SB-Filiale setzen sich die Lüdenhauser mit Macht ein. Am Samstag haben sie in Lemgo demonstriert. Annähernd 100 Kalletaler zogen mit Transparenten („Sparkasse lässt Dörfer ausbluten“, „Sponsoring ist wichtiger als der Kunde“, „Ohne Moos krieg ich nichts im Laden Krooß“) und Trillerpfeifen zur besten Marktzeit durch die Fußgängerzone, verteilten dabei mehr als 500 Flugblätter und machten anschließend etwa eine Stunde lang auf dem Platz vor dem Geldinstitut ihrem Ärger lautstark Luft.


„Unsere lippischen Dörfer müssen eine Zukunft haben. Die wirtschaftliche Entwicklung der Dörfer hat erheblichen Einfluss auf die Lebensqualität, und daher darf die dörfliche Infrastruktur nicht zerstört werden“, sagte Werner Meier, neben Barbara Kühnemund Hauptredner der Kundgebung. Beide machten die Bevölkerung darauf aufmerksam, dass die Sparkasse zum Jahresende die gemeinsam mit der Volksbank Bad Salzuflen betriebene SB-Filiale in Lüdenhausen schließen will.

Laut Meier werden die Lüdenhauser unter anderem von Parteien, der Landwirtschaftskammer, dem Lippischen Heimatbund, der Bezirksregierung oder auch dem Kreislandfrauenverband „ermutigt und unterstützt“, jedoch: „Die Sparkasse unterläuft unsere Bestrebungen. Eine Anstalt des öffentlichen Rechts sollte nicht nur betriebswirtschaftliche, sondern auch volkswirtschaftlichen Ziele verfolgen.“

In dem verteilten Flugblatt heißt es: „Wir müssen auf die Banken einwirken, damit diese ihrem Auftrag zur flächendeckenden Versorgung der Bevölkerung und ihrer Verantwortung im ländlichen Raum auch nach den örtlichen Notwendigkeiten nachkommen – mit Vorrang vor der Gewinnerzielung.“

„Wir kommen wieder, und nächste Woche bringen wir die Bürger aus den anderen Kalletaler Dörfern mit“, sprach ein aufgebrachter Lüdenhauser abschließend dem Team vom WDR ins Mikrofon.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 12.11.2012

aus: Nordlippischer Anzeiger vom 14.11.2012 (Bericht doppelt anklicken zum Vergrößern)


Lüdenhausen bald ohne Geldautomaten

In Kalletal-Lüdenhausen sollen Bankkunden künftig kein Bargeld mehr bekommen. Die SB-Filiale mit Geldautomaten von Sparkasse und Volksbank soll geschlossen werden. Dagegen wollen die Bürger Samstag Mittag in Lemgo demonstrieren. Fallen die Geldautomaten weg, geht in Lüdenhausen auch die Kaufkraft verloren, befürchtet die Dorfgemeinschaft. Die Leute geben ihr Geld dann dort aus, wo sie es abheben. Die Automaten in Lüdenhausen müssten Ende des Jahres aus technischen Gründen ausgetauscht werden. Das lohnt sich aber nicht, sagen die Banken, weil sie immer weniger genutzt werden. Der Trend ginge zum Onlinebanking und zur Kartenzahlung. Bis vor acht Jahren war die Sparkasse in Lüdenhausen noch mit Mitarbeitern besetzt. Dann wurde sie, wie viele andere in OWL auch, in eine SB-Filiale umgewandelt.

Quelle: http://www.wdr.de/studio/bielefeld vom 10.11.2012


Horst-Dieter Mellies übernimmt Pfarrstelle in Lüdenhausen

Posten in der evangelischen Kirchengemeinde war fast 3 Jahre unbesetzt

Geschenk zum Start | Foto: Sölter

Kalletal-Lüdenhausen (rs). Zwei Jahre und neun Monate war die Pfarrstelle der Kirchengemeinde Lüdenhausen unbesetzt. Jetzt aber ist mit Pastor Horst-Dieter Mellies der Wunschkandidat des Kirchenvorstandes im Amt.


„Die Überbrückungszeit war nicht immer leicht“, zog Hermann Westerhaus, Vorsitzender der Kirchenvorstandes, im Anschluss an den festlichen Einführungsgottesdienst einen Schlussstrich unter das Improvisieren: „Bereits pensionierte Pastoren haben uns unterstützt und auch unser Superintendent der Klasse Brake, Dirk Hauptmeier, war immer mal wieder hier, kein einziger Gottesdienst ist ausgefallen. Ansonsten haben wir mit viel ehrenamtlichen Engagement versucht, das Vakuum zu füllen.“

Horst-Dieter Mellies, in Bielefeld geboren, in Krefeld aufgewachsen, machte eine Ausbildung zum Betriebsschlosser und wollte Berufsschullehrer werden. Doch beim Studium in Bochum wurde sein theologisches Interesse immer stärker – schnell wechselte er die Richtung und ließ sich zum Pastor ausbilden. „Ein Wechsel ist für alle Beteiligten gut“, lautete seine Erkenntnis nach 15 Jahren als Pfarrer in der Kirchengemeinde St. Johann in Lemgo. „Der Laden läuft“, interpretiert Mellies prägnant das Innenleben der Kirchengemeinde Lüdenhausen: „Hier ist viel Potenzial bei den sehr engagierten Mitarbeitern. Wo Entwicklungen vorangebracht werden müssen, das werde ich mit dem Kirchenvorstand genau abstimmen.“

Mit etwa 1000 Gemeindemitgliedern steht für Lüdenhausen nur eine halbe Pfarrstelle zur Verfügung. Darum wird Mellies auch weiterhin eine halbe Stelle im Referat Bildung der Lippischen Landeskirche wahrnehmen, wo er auch bei der Prädikanten-Ausbildung tätig ist.

Bei der Begrüßungsfeier im Gemeindehaus überreichte Bürgermeister Andreas Karger dem neuen Pfarrer eine große Fahne mit dem Wappen des Kalletals als wohlwollende, aber ernst gemeinte Erinnerung daran, auch den Wohnsitz von Lemgo ins Kalletal zu verlegen.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 07.11.2012


Lüdenhauser wollen protestieren
Debatte um Filiale

Kalletal-Lüdenhausen (as). Zu der geplanten Schließung der Banken-Selbstbedienungs-­Filiale in Lüdenhausen veranstaltet der SPD-Ortsverein eine ­Bürgerversammlung. Sie findet am Mittwoch, 7. November, ab 19 Uhr im Gasthof Krooß statt.

Die Sparkasse Lemgo hatte dem SPD-Ortsvereinsvorsitzenden Günter Fischer mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat nach der Bürgerversammlung vom 19. September (die LZ berichtete) noch einmal über die Schließungspläne beraten habe. Es bleibe aber dabei, dass die SB-Filiale zum Jahresende geschlossen werde. Als Ersatz sei im Einzelhandelsgschäft Krooß bereits ein EC-Cash-Terminal installiert worden.

Der SPD reicht das nicht. Sie will mit den Bürgern über weitere Aktionen beraten. Unter anderem sollen Gespräche mit der Volksbank geführt werden, man will eine Anfrage an die Landesregierung stellen, und am Samstag, 10. November, soll um 11 Uhr vor der Hauptgeschäftsstelle der Sparkasse in Lemgo demonstriert werden.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 05.10.2012

Lüdenhauser protestieren weiter
Schließung der SB-Filiale: Banken bleiben bei Entscheidung

Kalletal-Lüdenhausen. Es bleibt dabei: Die gemeinsam von Sparkasse und Volksbank betriebene SB-Filiale in Lüdenhausen wird zum Jahres­wechsel geschlossen. Das ist den Lüdenhausern jetzt mitgeteilt worden.

Nach der vor drei Wochen vom SPD-Ortsverein organisierten Bürgerversammlung, bei der viele der etwa 200 Einwohner ihrem Ärger Luft gemacht hatten (die LZ berichtete), gab es etwas Hoffnung, dass die beiden Geldinstitute ihre Entscheidung überdenken würden. „Wir haben auch alles nochmals überprüft und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass unsere Entscheidung aus unternehmerischer Sicht richtig war“, sagte gestern Bernd Dabrock vom Vorstand der Sparkasse Lemgo im Gespräch mit der LZ. Am Dienstag habe er sowohl Bürgermeister Andreas Karger als auch Günter Fischer, den Vorsitzenden des SPD-Ortsvereins, informiert. Wie Günter Fischer wissen ließ, wollen die Lüdenhauser diese Entscheidung nicht so einfach hinnehmen. „Das tut uns ganz schön weh“, sagte er und verwies dabei auf den von der Gemeinde Kalletal eingeleiteten Weg zum „Isek“ (Integriertes Städtebauliches Entwicklungskonzept), das auch in Lüdenhausen zur Anwendung kommen soll. Fischer: „Darüber haben wir mit den Bürgern noch am Montagabend diskutiert, und es kam klar zur Sprache, ein solches Konzept ist nur dann förderfähig, wenn auch die Infrastruktur im Dorf intakt ist.“

Das hatte bereits in der September-Sitzung des Kalletaler Rates Bürgermeister Karger betont: „Die Schließung der Filiale kommt vor dem Hintergrund des angestoßenen Isek-Prozesses zur Unzeit.“ Seinem Vorschlag, schriftlich an die beiden Geldinstitute zu appellieren, ihre Entscheidung noch einmal zu überdenken, war der Rat gefolgt – aber auch das hat ganz offensichtlich zu keinem Erfolg geführt.

Günter Fischer machte im LZ-Gespräch deutlich, dass es weitere Proteste geben werde. Für Donnerstag, 18. Oktober, habe er bereits eine Ortsvereinsversammlung einberufen. (sch)

Noch stehen die Automaten: Die SB-Filiale in Lüdenhausen wird nach Meinung der Geldinstitute zu wenig genutzt. Foto: Scherzer

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 11.10.2012


Bürgerversammlung

Filialschließung heizt die Stimmung an
Bei Bürgerversammlung in Lüdenhausen steht besonders die Sparkasse Lemgo im Fokus

Von Wolf Scherzer

Die Lüdenhauser wollen die von Sparkasse und Volksbank geplante Schließung der SB-Filiale nicht so einfach hinnehmen. Das ist in der Bürgerversammlung am Dienstagabend deutlich geworden.
Kalletal-Lüdenhausen. Bei der vom SPD-Ortsverein organisierten Versammlung herrschte von Beginn an im vollbesetzten Saal des Gasthauses „Krooß“ eine gereizte Atmosphäre, die sich im Verlauf der folgenden zwei Stunden immer weiter aufheizte. Auf der einen Seite saßen und standen aufgeregte Bürger, die die Entscheidung der Sparkasse Lemgo und der Volksbank Bad Salzuflen, diese Filiale aus Kostengründen zum Jahresende zu schließen (die LZ berichtete mehrfach), nicht nachvollziehen können und wollen. Mit ihrer Kritik sahen sich die Vorstandsmitglieder Bernd Dabrock (Sparkasse) und Gerhard Kuhlemann (Volksbank) konfrontiert. Wobei der in Lüdenhausen wohnende Kuhlemann weniger im Blickpunkt stand – ganz offensichtlich hat die Sparkasse in diesem Bereich wesentlich mehr Kunden.

Nachdem der SPD-Ortsvereinsvorsitzende Günter Fischer und der Vorsitzende der Vereinsgemeinschaft Lüdenhausen, Karl Seidens, den beiden Bänkern Erklärungen und Listen mit mehr als 400 Unterschriften überreicht hatten, sagte Bernd Dabrock: „Wie vor etwa acht Jahren, als wir die personell besetzte Filiale schließen mussten, sind es jetzt die gleichen Gründe. Die Kosten steigen, und die Benutzerstrukturen sind deutlich rückläufig.“

Den Hinweis, bei einer Zählung hätten innerhalb von zehn Stunden 200 Menschen die Filiale aufgesucht, konnte Dabrock nicht entkräften – Zahlen legte er nicht vor, was von etlichen Anwesenden bemängelt wurde. Zu diesem gehörte auch SPD-Ratsherr Heinz Werner Hellweg, der weiter kritisierte: „Im Vorfeld Ihrer Entscheidung gab es keine Gespräche, keine Informationen mit und für uns Lüdenhauser. Wir mussten das aus der Presse erfahren.“

Informiert war, wie er wissen ließ, Bürgermeister Andreas Karger: „Aus betriebswirtschaftlichen Aspekten kann ich das nachvollziehen, als Bürgermeister diese Entscheidung jedoch nicht gut heißen.“ Zu seiner und auch von etlichen anderen Rednern ausgesprochenen Bitte, die Entscheidung zu überdenken, sagte Bernd Dabrock: „Wir haben am Freitag eine Sitzung des Verwaltungsrates. Da wird es natürlich Thema sein, das ist keine Frage.“

Die Dorfgemeinschaft protestiert schriftlich: Karl Seidens mit Gerhard Kuhlemann und Bernd Dabrock (von rechts). Foto: Scherzer

Kommentar
Die Kritik ist berechtigt

Von Wolf Scherzer

Den Lüdenhausern droht die Schließung „ihrer“ SB-Bankenfiliale. Und das nehmen sie nicht kommentarlos hin, wie die Bürgerversammlung deutlich gemacht hat. Im Fokus steht besonders die Sparkasse Lemgo, der eine dürftige Informationspolitik unterstellt wird. Was nicht von der Hand zu weisen ist: Warum ihr Vorstandmitglied Bernd Dabrock am Dienstagabend nicht offensiv mit Zahlen und Fakten umgegangen ist, um die getroffene Entscheidung zu untermauern, bleibt das Geheimnis „seines“ Hauses.

Dafür hat Dabrock aber mitbekommen, welchen Stellenwert eine Filiale für die Bürger dieses Kalletaler Ortsteils hat. Jetzt warten die Lüdenhauser mit Spannung darauf, was der Verwaltungsrat der Sparkasse Lemgo zu diesem Thema zu sagen hat.

wscherzer@lz-online.de

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 21.09.2012


Lüdenhauser protestieren gegen Banken-Pläne

Schließung der SB-Filiale: SPD-Ortsverein kann Argumentation der Geldinstitute nicht folgen und lädt zu Bürgerversammlung ein

Kalletal-Lüdenhausen. Zum Ende des Jahres wollen Sparkasse und Volksbank bekanntlich ihre gemeinsame SB-Filiale in Lüdenhausen schließen. Dagegen wird protestiert.
Zu einer „Protestversammlung“ lädt der SPD-Ortsverein Lüdenhausen für nächsten Mittwoch ein, und dazu heißt es in einer Pressemitteilung: „Angeblich zwingen mangelnde Nutzung der Automaten und damit wirtschaftliche Gründe der beiden Geldinstitute zu dieser Maßnahme.“
Dieser Argumentation könne die Lüdenhauser SPD nicht folgen. „Auch wenn über Online-Banking schon viele Geldgeschäfte abgewickelt werden, so ist die Versorgung der Bevölkerung unseres Ortes und der umliegenden Orte mit Bargeld eine sehr wichtige Aufgabe, der sich die Geldinstitute nicht entziehen dürfen“, wird Fraktionsvorsitzender Günter Fischer zitiert. Vor allem ältere Bürger seien von der geplanten Schließung betroffen.

Zu der Bürgerversammlung hat die SPD nicht nur Bürgermeister Andreas Karger, sondern auch die Entscheidungsträger der Sparkasse Lemgo und der Volksbank Bad Salzuflen eingeladen. Beginn ist am Mittwoch, 19. September, um 19 Uhr im Gasthof „Krooß“.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 15.09.2012


Sparkasse und Volksbank schließen Filiale in Lüdenhausen

Vorstände: „Entscheidung wirtschaftlich richtig“


Diesen Blick aus der Filiale gibt es nicht mehr lang | Foto: Scherzer

Kalletal-Lüdenhausen (sch). Seit 2005 betreiben die Volksbank Bad Salzuflen und die Sparkasse Lemgo in Lüdenhausen eine gemeinsame SB-Filiale. Diese soll zum Jahresende geschlossen werden.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen, aber wirtschaftlich richtig“, schreiben der Vorstandsvorsitzende der Sparkasse, Horst Selbach, und Volksbank-Sprecher Richard Christophelsmeier in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Verschiedene Gründe haben ihrer Auskunft nach zu dieser Entscheidung geführt. Die Bankenlandschaft und die Gesellschaft hätten sich in den vergangenen Jahren stark verändert, davon sei auch Lippe nicht verschont geblieben. Der Bedarf habe der Nachfrage angepasst werden müssen, entscheidend sei jedoch die „Änderung im Kundenverhalten“ gewesen: „Denn die Tendenz ging immer weiter in Richtung Home-Banking und Kartenzahlungen.“

Wie Selbach und Christoffelsmeier weiter schreiben, sei die Schließung der SB-Filiale auch vor dem Hintergrund des hohen Investitionsbedarfs getroffen worden – Ende des Jahres müsse der Geldautomat aus technischen Gründen „zwingend“ ausgetauscht werden, hinzu kämen die laufenden Kosten und nicht zuletzt „die geringe Nutzung“ der SB-Geräte in Lüdenhausen. Zahlen würden dies belegen: So werde der Geldautomat und das SB-Terminal im Vergleich zu anderen Filialen der Kreditinstitute weit weniger in Anspruch genommen. Die Kunden hätten das Angebot in den vergangenen Jahren immer weniger nachgefragt, und das gilt – wie Horst Selbach im Gespräch mit der LZ meint, auch für das extra eingerichtete Beratungszimmer: „Das wird überhaupt nicht genutzt.“

Bis 2004 war die Sparkasse Lemgo in Lüdenhausen noch personell präsent. Die damalige Schließung hatte Proteststürme ausgelöst – wie gleichzeitig auch in Extertal und Dörentrup, wo die Filialen in Silixen und Humfeld dem Rotstift des Geldinstituts zum Opfer fielen.

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 04.07.2012

 

Kalletaler Rat beendet Streit um Kommunalwahl

Mehrheit erklärt Ergebnis der Rats- und Bürgermeisterwahl für gültig

VON WOLF SCHERZER

Kalletal-Hohenhausen. Die Querelen um die Kommunalwahl 2009 in der Gemeinde Kalletal sind Geschichte. Der Rat hat am Donnerstagabend mit breiter Mehrheit das Ergebnis der Rats- und Bürgermeisterwahl für gültig erklärt. 22 Abgeordnete waren dafür, fünf Gegenstimmen und eine Enthaltung kamen aus den Reihen der SPD-Fraktion.
Der Beginn der Ratssitzung in der Aula der August-Dreves-Schule verzögerte sich um einige Minuten: Der von „verschiedenen Vertretern aus allen Ratsfraktionen“ formulierte Beschlussvorschlag war offensichtlich kurzfristig zustande gekommen und musste als Tischvorlage noch für alle Beteiligten gedruckt werden.
In dem Papier heißt es: „Es soll dazu dienen, den Steit um die Kommunalwahl 2009 zu beenden.“ Begründungen werde es dazu nicht geben. So war es auch – ohne Äußerungen aus den Fraktionen konnte der stellvertretende Bürgermeister Ingo Mühlenmeier, dem Bürgermeister Andreas Karger für diesen Tagesordnungspunkt die Leitung der Ratssitzung übergeben hatte, um exakt 20.30 Uhr dieses Kapitel der Kalletaler Geschichte schließen.
Zu Wort gemeldet hat sich anschließend der CDU-Gemeindeverband: „Wir reagieren mit Freude und Erleichterung auf diesen Beschluss“, heißt es in einer Stellungnahme. (sch)

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 25.05.2012

Landtagswahl 2012 – Ergebnis in Lüdenhausen

Am 13.05.2012 wurde auch in Lüdenhausen über den Landtag NRW abgestimmt. Die Ergebnisse von Lüdenhausen finden Sie hier.

Die AWO Lüdenhausen ist seit 40 Jahren aktiv
Urkunden für die Gründungsmitglieder

Kalletal-Lüdenhausen (ju). Die AWO-Ortsgruppe Lüdenhausen besteht seit 40 Jahren. Diesen Geburtstag haben jetzt Mitglieder und Freunde des Vereins gefeiert. Während der Feierstunde sind einige Gründungsmitglieder ausgezeichnet worden.
Damals wie heute ist die Ortsgruppe sehr aktiv, was Bürgermeister Andreas Karger sowie Bernd Meierkord, Vorsitzender des Seniorenbeirats der Gemeinde, und auch Detlef Stall, Geschäftsführer des AWO-Kreisverbands, lobten.
Gründungsmitglied Adalbert Klatt wurde für seine 40-jährige Treue gedankt. Auch Linna Dietrich ist Mitglied der ersten Stunde. Luise Böke ist mit ihren mehr als 90 Jahren immer noch regelmäßig bei den Nachmittagen. Auch Helga Schleef, Hanna Depping und Magdalene Halle kommen so oft sie können und bekamen eine entsprechende Anerkennung.

Geehrt | Foto: Uckermann

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, 06.03.2012

POL-LIP: Kalletal – Lüdenhausen. Gegen Scheune gefahren.
02.03.2012 | 09:51 Uhr, Polizei Lippe

Lippe (ots) – Auf der Mittelstraße im Kalletaler Ortsteil Lüdenhausen ereignete sich am (heutigen) Freitag ein Verkehrsunfall, bei dem ein 21-jähriger Fahrer verletzt wurde. Der Mann war um kurz nach Mitternacht mit seinem BMW in Richtung Lemgo unterwegs und verlor in der Ortsdurchfahrt beim Durchfahren einer Linkskurve die Kontrolle über seinen Wagen. Der BMW überfuhr eine neben der Straße aufgestellte hölzerne Ruhebank und beschädigte das Mauerwerk einer angrenzenden Scheune. Der Fahrer ist vorsorglich stationär im Klinikum aufgenommen worden. Am Fahrzeug und am Mauerwerk entstand Sachschaden. Die Polizei prüft im Hinblick auf die Unfallursache auch, ob Alkohol im Spiel war.

(Polizei Lippe Pressestelle, Uwe Bauer, Telefon: 05231/609-1215 o. 0171-3078230, www.polizei.nrw.de/lippe)

 

Lüdenhausen begrüßt den Sommer

Wintergrillen des SPD Ortsverein Lüdenhausen

Lüdenhausen. Der SPD Ortsverein Lüdenhausen lud für Sonntag den 05.02.2012 um 16 Uhr zu Grillwürstchen und Glühwein ein. Erhofft war eine angenehme Gesprächsrunde. Das Ereignis fand in Lüdenhausen „In der Ecke“ statt. Trotz der winterlichen Temperatur von -10°C erschienen zahlreiche Bürger und Bürgerinnen die dem Winter stand hielten.

Dank einer bereit gestellten gemütlichen Feuerstelle konnte man sich aufwärmen. Freiwillige kümmerten sich um die ausreichende Versorgung mit Grillwürstchen vom Holzkohlegrill und Glühwein. Dank der Feuerstelle und des Glühweins war die Kälte wie verflogen.

aus www.kalletaler-nachrichten.de | Montag, den 06. Februar 2012 um 20:15 Uhr | Geschrieben von: ab, hl

Offener Brief zum gescheiterten Städtebauförderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden

Offener Brief von Hermann Westerhaus von der Kirchengemeinde Lüdenhausen und Werner Meier vom Heimatverein Lüdenhausen:
Enttäuschung über Ablehnung des Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“

Kalletal. Einen offenen Brief an die Landtagsabgeordneten im Düsseldorfer Landtag und an das Ehrenamtsbüro beim Kreis Lippe haben jetzt Hermann Westerhaus von der Kirchengemeinde Lüdenhausen und Werner Meier vom Heimatverein Lüdenhausen zum Thema Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ geschrieben. Hier der Wortlaut des Schreibens:

„In der örtlichen Presse werden Sie entnommen haben, dass der Rat der Gemeinde Kalletal eine auf den Weg gebrachte Beteiligung am Förderprogramm „Kleine Städte und Gemeinden“ (ISEK) abgelehnt hat. Als Ehrenamtsträger in Lüdenhausen haben wir uns seit Jahren für die Entwicklung der Kalletaler Dörfer eingesetzt. Nun sehen wir, dass „Neinsager“ im Kalletaler Rat unser Bemühen ignorieren. Verwundert hat uns, dass sich einige SPD- und UKB-Ratsherren vorbehaltlos für dieses Programm eingesetzt haben, aber innerhalb ihrer Fraktion kein Gehör fanden. An der Ratssitzung haben die Herren nicht teilgenommen. Natürlich wissen wir, dass die Ratsfraktionen autark sind.

Doch nun zum Ehrenamt:

Ehrenamtliche Arbeit und bürgerschaftliches Engagement ist in unserer Gesellschaft notwendig. Wenn ein umsetzungsreifes Projekt politischer Leichtfertigkeit geopfert wird, dürfen wir unsere Enttäuschung äußern.
Die Entscheidungen der Gemeinderäte der Nachbarkommunen unterstreichen unsere Meinung. Wir sorgen uns sehr, dass die Kalletaler Ratsfraktionen (SPD, Bündnis 90/Grüne und UKB) Kalletal zu einer Entwicklungsbrache machen.
In Lippe aktuell vom 4. Februar beanstandet Uwe Busch (SPD) die unterschiedlichen Zahlenwerke. Das ist erklärbar, weil das Entwicklungsprogramm Gestaltungsfreiräume lässt. Daher ergeben aus den Varianten unterschiedliche Kostenrahmen.

Dörentrup und Kalletal befinden sich beide in der Haushaltssicherung. Weshalb stimmt der Dörentruper Rat zu und weshalb lehnt die Kalletaler Koalition ab?

Auch die Extertaler haben die Vorteile unmittelbar nach Bekanntwerden des Programms gesehen und waren die ersten in NRW die von diesem Programm profitieren.
Es steht den Fraktionen des Kalletaler Rates gut an und es wird von den Bürgern erwartet, dass sie ihre Entscheidungsgründe nachvollziehbar darlegen. Ein überzeugendes Argument für das „Nein“ haben wir bisher nicht gehört.

Mit freundlichem Gruß

Werner Meier
Hermann Westerhaus

Anmerkungen zum „Integrierten Städtebaulichen Entwicklungskonzept (ISEK) für Nordlippe hier: Sanierung des Ortskernes von Lüdenhausen

Die Förderung nach ISEK bezweckt die Entwicklung kleiner, strukturschwacher Kommunen und die Fördermittel schließen die Kosten der Projektierung mit ein.
Bekanntlich hatten die Stadt Barntrup sowie die Gemeinden Dörentrup und Kalletal eine Entwicklungsgesellschaft mit der Ausarbeitung von Entwicklungszielen beauftragt.
Im Rahmen des Förderprogramms „Kleine Städte und Gemeinden“ wäre es möglich gewesen, den Pfarr- und Kirchhof und die Zuwegungen zu sanieren, sichere Fußgängerquerungen anzulegen und die Bushaltestelle vollständig auszubauen.
Die Fördermittel werden vom Regierungspräsidenten vergeben, müssen aber von der Gemeinde beantragt werden. Regulär beträgt der Förderanteil 70 % und der Eigenanteil der Gemeinde 30 %. Die Kosten für das Kirchengelände wollte die Kirchengemeinde selbst tragen, so dass sich der Eigenanteil der Gemeinde Kalletal verringert hätte.
Im Vorfeld waren Vertreter aller im Rat vertretenen Parteien vor Ort und konnten sich informieren. Die Ortsvertreter der Parteien äußerten sich positiv und sicherten ihre Unterstützung zu. Vor der Abstimmung im Gemeindeparlament hatten die Ratsmitglieder den gleichen Kenntnisstand.
Bei der gemeinsamen Abstimmung der Ratsmitglieder aus Barntrup, Dörentrup und Kalletal über das ISEK-Programm ergab sich dieses Ergebnis:
Barntrup – nicht im Nothaushalt – einstimmig pro ISEK,
Dörentrup – im Nothaushalt – einstimmig pro ISEK,
Kalletal – im Nothaushalt – 14 : 14
Mit diesem Ergebnis ist Kalletal nicht mehr im Förderprogramm.

Für die Betroffenen stellen sich nun folgende Fragen:
Weshalb werden Zuschüsse aus Bundes- und Landesmitteln – auch für Gemeinden in der Haushaltssicherung – bereitgestellt?

Haben wir beim Lüdenhauser Vorhaben eine Partei bevorzugt oder benachteiligt?

Ist bei unserem Projekt der Bürgermeister kein Ansprechpartner?

War die Förderung mit ISEK keine attraktive Chance?

Müssen Entwicklungsmöglichkeiten so lange ungenutzt bleiben, bis eines Tages oder Jahres der Kalletaler Rat wieder sachlich arbeitet?

Waren die Zielsetzungen in Lüdenhausen falsch?

Werner Meier
Hermann Westerhaus

(09. Februar 2012)


Lüdenhauser Feuerwehr hat in neuem Anbau jetzt auch neues Fahrzeug stehen

Da kommt Freude auf: Wenn ein Fahrzeug im Wert von knapp 300 000 Euro seinem Besitzer übergeben wird, dann ist es nur verständlich, dass der Schlüssel beim offiziellen Festakt durch mehrere Hände geht. Gestern Abend hat die Löschgruppe Lüdenhausen der Freiwilligen Feuerwehr Kalletal ihr neues LF 20/16 erhalten, und im Blickpunkt standen dabei (von links) Wehrführer Udo Knaup, Bürgermeister Andreas Karger, Torsten Wandel vom Hersteller „Magirus“, Lüdenhausens Maschinist Sven König, der Kalletaler Feuerwehr-Fuhrparkleiter Michael Grüttemeier und Lüdenhausens Löschzugführer Jörg Mendel. In Anwesenheit zahlreicher Vertreter aus Verwaltung, Politik und öffentlichem Leben sagte Udo Knaup: „Das ist schon ein historischer Moment. Denn das letzte Fahrzeug, das in Lüdenhausen übergeben wurde, war ein Opel-Blitz im Jahr 1973.“ Seit dieser Zeit hat sich in Ausstattung und Technik von Feuerwehrwagen viel verändert – das neue Lüdenhauser Gefährt hat zum Beispiel 290 PS, ein Acht-Gang-Getriebe, einen 2500 Liter Wasser fassenden Tank und auch einen Leuchtmast. Lob von allen Seiten gab es gestern erneut für den neuen Anbau des Gerätehauses, den die Löschgruppe bekanntlich in Eigenleistung errichtet hat. (sch)Foto: Scherzer

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, Samstag 28. Januar 2012


Grätschen sollte verboten werden“
Fußball: Die Lüdenhauser Arnold und Schmidt blicken auf ihren Premieren-Gewinn 2004 zurück

Die neunte Endrunde um den LZ-Cup steht am Sonntag in der Augustdorfer Witex-Halle an. Die Lüdenhauser Christian Arnold und Christian Schmidt siegten bei der Premiere des größten lippischen Turniers.

Detmold. Vor der Finalrunde mit erstmals zwölf Mannschaften kamen der ehemalige Kapitän Schmidt (47) und Trainer Arnold (41) ins Medien Centrum Giesdorf. Beide haben ihren Triumph bei den Hallenfußball-Meisterschaften 2003/04 noch vor Augen.

Was fällt Ihnen zur Endrunde 2004 als erstes ein?

Christian Schmidt: Das Turnier war super organisiert, wir waren hochmotiviert. Von Spiel zu Spiel dachten wir und merkten schnell, dass wir eine große Chance haben, es zu gewinnen.

Christian Arnold: Wir hatten eine Mannschaft, die ihresgleichen sucht – heute noch. Mit Alexander Binder stellten wir den besten Spieler, mit Kai Gröchtenmeier den besten Torschützen und mit Esin Kocaaga den besten Torwart.

Moment, als stärkster Keeper wurde Frank Hahn, früher Jerxen, ausgezeichnet.

Arnold: Der Ausrichter konnte ja nicht nur Lüdenhauser ehren. Aber ich gebe zu: Auch Hahn hat gut gehalten.

Was zeichnete das Team aus?

Schmidt: Willensstärke – und der Zusammenhalt. Auch die Frauen mit den Kindern haben viel zusammen gemacht, gemeinsam waren wir beispielsweise auf Mallorca. Ein echtes Vorzeigeteam Lippes.

Die Zeiten haben sich geändert.

Arnold: Früher waren fast alle an die 30 Jahre. Die Jungs heute gehen in die Disco.

Können Sie sich noch ans Endspiel erinnern?

Arnold: Ja, klar. Wir haben Oerlinghausen geschlagen.

3:0.

Arnold: Genau, das Halbfinale gegen SSV Oesterholz war hingegen eine enge Kiste.

Schmidt: Immer, wenn Holm Hänsgen (heute Trainer des TuS Horn-Bad Meinberg, die Red.) reinkam, wurde es gefährlich. Aber wir ließen hinten wenig anbrennen.

Arnold: Mit Markus Frey, Schmidt und mir sowie Kocaaga im Tor standen wir gut. Und vorne hat Binder die ganze Halle auseinandergeschossen.

Was fehlt Binder heute?

Arnold: Ein paar Kilo weniger wären nicht schlecht, zudem hat ihm immer schon der letzte Biss gefehlt.

Auch draußen erlebte der TuS seine beste Zeit. Die Bezirksliga schloss er 2004 als Zweiter ab.

Arnold: Der Erfolgsgarant war die Abwehr, wir bekamen die wenigsten Gegentore. Als Spielertrainer – ich kam aus der Verbandsliga – lief ich zunächst hinter den Spitzen auf. Alle dachten, Christian ist da, jetzt läuft’s. Doch ich war kein Laufwunder. Ich zog mich immer weiter zurück – bis zum Libero. Mit den Manndeckern Holger Stock und Schmidt stand das Bollwerk.

Schmidt: und Tore haben wir immer gemacht.

Wie verfolgen Sie heute den hiesigen Fußball, Herr Schmidt?

Schmidt: Aus der Ferne. Ich habe mich zurückgezogen. Meine Familie mit meiner 17-jährigen Tochter ist mir wichtiger.

Als TuS-Trainer sind Sie weiter mittendrin, Herr Arnold.

Arnold: Wenn wir in der Vorrunde das letzte Spiel gewinnen, kommen wir weiter. Die Zwischenrunde habe ich mir in Lage angeguckt. Das Niveau ist erheblich gesunken.

Inwiefern?

Arnold: Es wurde gebolzt und getreten. Früher waren sieben von zehn Spiele spannend, interessant. Heute: drei.

Was würden Sie am Turnier ändern?

Arnold: Grätschen verbieten, sofort.

Schmidt: Ich würde einen Fairness­pokal ins Leben rufen.

Arnold: Gut finde ich, dass die Plätze neun bis zwölf ausgeschossen werden. Künftig würde ich über drei Vierer- statt vier Dreiergruppen nachdenken. Der beste Zweite sollte mit ins Halbfinale einziehen.

Würde die damalige Lüdenhauser Mannschaft heute noch vorne mitmischen?

Arnold: Ja, wenn wir das Alter abziehen (schmunzelt).

Schmidt: Davon bin ich 100-prozentig überzeugt.

Wer setzt sich die Krone auf?

Arnold: Ich erwarte RSV Barntrup, SC Bad Salzuflen, TBV Lemgo und SV Jerxen-Orbke vorne. Auch SuS Pivitsheide hat eine Super-Hallenmannschaft. RSV Hörste und VfL Hiddesen können die Großen ärgern.

Das Interview führte LZ-Redakteu Sebastian Lucas.

Persönlich

Christian Arnold (41) spielte früher mit Brakel in der dritten Liga (Oberliga). Nach Engagements beim TuS Eichholz-Remmighausen und FSV Pivitsheide kehrte er zum TuS Lüdenhausen zurück, liegt in seinem dritten Jahr mit dem Team auf dem zweiten Rang in der B-Liga. Arnold ist als Versicherungsfachmann tätig.

Christian Schmidt (47) kickte immer für den TuS Lüdenhausen, spielt heute noch bei den Altherren und arbeitet als Außendienstler. Erst mit 35 Jahren wurde er Bezirksliga-Kicker, als der TuS 1999 aufstieg. Mit 42 Jahren hörte Schmidt auf.(slu)


Der Pokal und die LZ-Sonderseite vom 12. Januar 2004: TuS-Trainer Christian Arnold (links) und Ex-Kapitän Christian Schmidt loben das Turnier und schwelgen in Erinnerungen. Foto: Lucas

© 2012 Lippische Landes-Zeitung, Mittwoch 18. Januar 2012

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